Intensive Fortbildung für Rettungsdienst-Führungskräfte

Die Rettung Verschütteter aus einem eingestürzten Gebäude stand im Mittelpunkt

Bei der Bewältigung einer Großschadenslage, also etwa bei einem Unglücksfall mit vielen Verletzen, kommen dem Leitenden Notarzt und dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst eine Schlüsselposition zu:

Sie müssen die medizinische Versorgung, die Rettung und den Transport Verletzter planen und organisieren und die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften wie Feuerwehr oder THW koordinieren.

 

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf, das Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie die DRK Rettungsdienst Mittelhessen GmbH haben deshalb in Zusammenarbeit mit der Akademie der Landesärztekammer Hessen erstmals eine gemeinsame zweitägige Fachfortbildung für Leitende Notärzte und Organisatorische Leiter Rettungsdienst aus ganz Hessen organisiert. Im Mittelpunkt standen dabei die Rettungsarbeiten nach Gebäudeeinstürzen, wie sie sich zum Beispiel nach Gasexplosionen ereignen können.

Neben Fachvorträgen stand die praktische Ausbildung auf dem Programm, bei der Leitende Notärzte und Organisatorische Leiter Rettungsdienst im Team ihre speziellen Aufgaben bei einem solchen Unglücksfall trainieren konnten. Dabei galt es, in den Trümmern eines Gebäudes nach Verletzen zu suchen, sie zu versorgen und aus den Trümmern zu retten. Diese Ausbildung fand auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) Marburg statt, das für solche Ausbildungen ein spezielles Trümmergelände hat.

Zur Suche der Verschütteten kamen neben Suchhunden auch technische Geräte des THW zum Einsatz: Mit hochempfindlichen Mikrofonen horchten die Retter nach Kratzgeräuschen und Klopfzeichen der Eingeschlossenen. Mit speziellen Kameras suchten sie in Hohlräume unter den Trümmern nach Vermissten.

Wie der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Dr. Erich Wranze-Bielefeld, erläuterte, könnten die Suche und die Rettung von Verschütteten nach einem Gebäudeeinsturz durchaus mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Deshalb sei es wichtig, dass die ärztliche Versorgung der Verletzten bereits in den Trümmern beginne.

Im Rahmen der Fortbildung musste das Führungspersonal des Rettungsdienstes diese Arbeiten planen und koordinieren sowie weitere Schritte, insbesondere zur Rettung der Verletzten, mit den Einsatzkräften des THW abstimmen.

Zudem galt es, die weitere Versorgung der Verletzten auf einem Behandlungsplatz zu organisieren. Das Ziel dabei war, nicht alle Verletzten gleich in eine Klinik zu fahren. „Wenn es zu einem Engpass bei den Rettungswagen kommt, ist es wichtig, die vorhandenen Rettungswagen zunächst für die Schwerstverletzten freizuhalten, damit diese sofort in eine Klinik gebracht werden können“, erläuterte er. „Es ist schlecht, wenn ein Schwerstverletzter aus den Trümmern gerettet wird, für dessen Transport aber kein Fahrzeug frei ist, weil alle Rettungswagen mit leichter Verletzten unterwegs sind. Deshalb brauchen wir möglichst schnell einen Überblick über die Anzahl der möglichen Verletzten und die Schwere der Verletzungen, damit wir den Transport in die Krankenhäuser planen und organisieren können“, sagte der Notfallmediziner.

Parallel zu der praktischen Ausbildung konnten die Fortbildungsteilnehmer die Arbeit des Krisenstabes kennen lernen. Unter fachkundiger Anleitung schlüpften sie in die Rolle der Stabsmitarbeiter und mussten die Aufgaben eines Stabes in einem solchen Unglücksfall bearbeiten.

Unterstützt wird die praktische Ausbildung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DRK Rettungsdienst Mittelhessen GmbH, der Johanniter Unfallhilfe, des THW Marburg, des Roten Kreuzes, sowie des Krisenstabes des Landkreises Marburg-Biedenkopf. (Bericht aus nh24.de)

 

 


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