Naturschutz mit Sprengstoff

Fortbildung für Sprengberechtigte des THW in Stadtallendorf

Der Standortübungsplatz der Bundeswehr in Stadtallendorf war über ein Wochenende lang Schauplatz der jährlichen Fortbildung der Sprengberechtigten des THW im Länderverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland. Die Helfer des THW Marburg bereiteten schon Wochen zuvor die anstehende Übung vor und nahmen mit mehreren Helfern daran teil.

Die Sprengexperten wurden in einem theoretischen Teil über neue Vorschriften informiert und lernten neue Entwicklungen und Techniken in der Sprengtechnik kennen und wurden in Sicherheitsfragen geschult.

Für den praktischen Teil wurden die Teilnehmer in mehrere Gruppen einteilt und mussten verschiedene Übungssprengungen durchführen. An den einzelnen Stationen hatten die Gruppen die Aufgabe Sprengladungen herzustellen, anzubringen und entsprechend zur Zündung vorzubereiten.

Neben mehreren großen Baumwurzeln (sogenannten Stubben) wurden auch Holzstämme gesprengt. Auch ein schief stehender Baum wurde mittels Sprengstoff in einigen Metern Höhe gesprengt und so zerteilt. Insbesondere nach Unwettern ist dies eine Methode besonders gefährlichen Windbruch zu beseitigen.

Als Höhepunkt des Tages wurde auf einer Freifläche ein Biotop gesprengt. In dem mehrere Meter großen Krater soll sich nun Wasser sammeln und verschiedenen Amphibien eine Heimat bieten.

Alle durchgeführten Sprengungen erreichten den gewünschten Effekt und die Übungsleitung zeigte sich hoch zufrieden über den Ausbildungsstand der Sprengspezialisten.

Vertreter der Bundeswehr, der Bundesforstverwaltung und der oberen Naturschutzbehörde nahmen ebenfalls am praktischen Abschnitt der Fortbildung teil und informierten sich über die Einsatzmöglichkeiten des THW in diesem Bereich.

 

Die Sprenggruppen des THW nehmen im Einsatz vielfältige Aufgaben in der Gefahrenabwehr wahr:

- Sprengungen von Bauwerken und Bauwerksteilen bei Einsturzgefahr, zur Schaffung von Zugängen und Zuwegungen oder zur Beräumung von Trümmern.

- Öffnungssprengungen zur Schaffung von Zugängen und Öffnungen in Bauwerken z. B. zur Rettung von Personen oder als Rauchabzug / Brandherd-Zugang zur Unterstützung der Feuerwehr.

- Holzsprengungen zum Trennen / Beseitigen von Holzkonstruktionen, Bäumen, Ästen, Windbruch, zur Räumung von Verkehrswegen u.a.m.

- Sprengungen von Metallbauteilen zum Niederlegen und Trennen von Gittermasten, zum Trennen / Lösen von Stahlbauteilen, Schienen, Drahtseilen etc., zum Öffnen von Metall- und Druckbehältern.

- Gesteins- und Felssprengungen bei Erdrutsch, Felssturz oder -Gefahr, zur Materialgewinnung für den Bau von Behelfsstraßen /-wegen, Knäppersprengungen, etc.

- Sprengungen am und im Wasser, insbesondere das Sprengen von Dämmen bzw. Deichen bei extremen Hochwasserlagen, Sprengungen von verkeiltem Treibgut vor Brücken und Einlässen, Unterwassersprengungen (in Zusammenarbeit mit ausgebildeten Berufstauchern).

- Eissprengungen zum Auflösen von Eisflächen vor Bauwerken und zur Beseitigung von aufgestautem Eis zur Abwehr von Überflutungen.

- Kultursprengungen im Natur- und Umweltschutz, zur Anlage von Feuchtbiotopen, Stubbensprengungen.

- Sonstige Sprengarbeiten wie Mastloch- und Grabensprengungen u.v.a.m.

Pyrotechnik zur Schadensdarstellung bei Übungen.

Im Auslandseinsatz können alle vorgenannten Aufgaben übernommen werden.

Bei der Beseitigung von Treibgut und gefährlichen Anschwemmungen bei Hochwasserlagen, sowie Windbruchsprengungen kommt der Fachgruppe Sprengen die größte Bedeutung zu.

 

 


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