Baufachberater

 

Da bei der Einsatzabwicklung von Gebäudeeinstürzen bzw. Teileinstürzen immer statische Probleme auftauchen und zu lösen sind, ist das Hinzuziehen eines Baufachberaters unabdingbar.
Er berät die Einsatzleitung in allen bautechnischen Fachfragen, um ein einsatztaktisch und einsatztechnisch richtiges Vorgehen und Verhalten an Einsatzstellen nach Gebäudeeinstürzen und -teileinstürzen sicherzustellen. Weiterhin berät er an und in der Schadenstelle bezüglich der Einschätzung der Resttragfähigkeit von Gebäuden oder Gebäudeteilen, sowie der Vorgehensweise bei den Ortungs- und Rettungsaktionen in Trümmerlagen.

Die heute häufig noch angewandten Einsatzkonzeptionen bei Gebäudeschäden basieren auf Erfahrungen aus den Kriegsjahren. Wenngleich das Lernen aus diesen Erfahrungen sinnvoll und richtig war, gilt es bei Einsätzen nach Gebäudeeinstürzen, die gerade in den letzten Jahren geänderten Bedingungen und Bautechniken bei den Gebäuden und Baustoffen zu berücksichtigen. Die Gebäudestrukturen und Baumaterialien haben sich grundlegend verändert und stellen neue Herausforderungen an die Einsatzkräfte vor Ort. Oft haben letztere nicht genügend Erfahrungswerte und sind häufig überfordert im Umgang mit diesen Fachthemen. Hierbei kann der Baufachberater wichtige Hilfe leisten.

Gebäudeeinstürze oder -teileinstürze entstehen durch Naturereignisse oder durch technische Einwirkungen wie Gasexplosionen, Flugzeugabstürze, Fahrzeug-/Zugkollisionen oder Terroranschläge.

Ein Baufachberater im THW besitzt eine Berufsausbildung zum Bauingenieur sowie eine Zusatzausbildung zum Baufachberater. Der THW Ortsverband Marburg verfügt in seinen Reihen zurzeit über drei Bauingenieure, von denen zwei die Zusatzausbildung zum Baufachberater bereits absolviert haben.

 

Aufgaben des Baufachberaters:

Beratung der Einsatzleitung bei Rettungseinsätzen nach Gebäudeeinstürzen und erheblichen Gebäudeschäden

- bezüglich Gefährdungen, die sich aus Trümmerstrukturen oder geschädigten Gebäuden ergeben

- bezüglich Gefährdungen, die sich im weiteren Verlauf der Rettungsarbeiten und erst aufgrund der Rettungsarbeiten ergeben werden

- Mögliche Lage von Verschütteten und Zugangsmöglichkeiten

- bei der Auswahl der Rettungsverfahren

 

Der Baufachberater:

- ist während der Rettungsarbeiten möglichst frühzeitig vor Ort. Er sollte darum bei Ereignissen mit Einsturz oder Einsturzgefahr direkt von der Leitstelle angefordert werden.

- findet Gefahrenpunkte durch Begehungen anhand von Checklisten und Erfahrungswerten

- zieht Baupläne zu Rate

- definiert Gefahrenbereiche und schlägt Absperrmaßnahmen auch für Einsatzkräfte vor

- schlägt Bereiche vor, die für Rettungsarbeiten freigegeben werden

- schlägt Sicherungsmaßnahmen vor wie Abstützungen, Gerüste, Fangnetze, persönliche Schutzausstattung

- zusätzliche Sicherungsmaßnahmen: Wasser, Gas

- schlägt Maßnahmen zur Trümmerbeseitigung vor

- schlägt Maßnahmen zur Überwachung der Trümmerstruktur (Risse, Neigung) vor

- beurteilt Rettungsmaßnahmen bezüglich Gefährdungspotenzial

 

Die Situation am Einsatzort ändert sich ständig durch fortschreitende Rettungsarbeiten. Ebenso ändert sich dadurch die Statik der Trümmerstrukturen. Darum ist neben der Überwachung von Rissen, Schiefstellungen usw. eine wiederkehrende Beurteilung der Gesamtsituation und einzelner Details notwendig. Dies macht die ständige oder bei einfachen Situationen zumindest die häufige Anwesenheit des Fachberaters an der Einsatzstelle erforderlich.

 

Fahrzeug Details:


 Hersteller:

Hyundai


Typ:

Terracan


Baujahr:

2009


Besatzung:

1+4


Funkrufname:

Heros MR 11

Aktuell auf THW.de :

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